GfK sagt glänzendes Weihnachtsgeschäft voraus

Montag, 26. November 2012, 18:07 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Für Weihnachtsgeschenke wollen die Verbraucher in diesem Jahr deutlich mehr Geld lockermachen. 285 Euro werden die Deutschen im Schnitt ausgeben - ein Plus von neun Prozent im Vergleich zu 2011.

Das sagte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag nach einer Umfrage unter 4000 Verbrauchern voraus. "Hauptgrund für die hohe Konsumneigung ist der stabile Arbeitsmarkt", sagte GfK-Vorstandschef Matthias Hartmann. "Dazu kommt das Niedrigzinsumfeld und das fehlende Vertrauen in die Banken - da schaffen sich die Leute lieber Dinge an."

Auf der Beliebtheitsskala ganz oben dürften die Klassiker bleiben: Bücher, Spielwaren und Bekleidung. Daneben ist Technik gefragt. "Der Flachbildschirm ist durch", sagte GfK-Verbraucherexperte Wolfgang Adlwarth. Zum Renner dürften dagegen Tablet-Computer und Smartphones werden. Fast jeder Vierte will Bargeld oder Gutscheine unter den Weihnachtsbaum legen, insgesamt für etwa 3,4 Milliarden Euro. Möbel und andere Einrichtungsgegenstände liegen ebenfalls im Trend - nicht zuletzt wegen des Baubooms in vielen Großstädten.

"TYPISCHE EIGENART IM OSTEN"

Die Ostdeutschen werden nach der GfK-Umfrage fast genauso viel ausgeben wie ihre Landsleute im Westen. "Bislang wurde in Ostdeutschland immer mit weniger geplant als in Westdeutschland", sagte Adlwarth. Der Abstand sei jetzt nur noch gering. Einen Unterschied gebe es aber noch: "Lebensmittel zu schenken, ist noch eine typische Eigenart im Osten Deutschlands."

Stark profitieren dürften die Internet-Händler. In nahezu allen Produktbereichen steige die Zahl der Personen, die per Mausklick einkaufen wollen, stellten die Konsumforscher fest. Besonders beliebt seien Abos und Veranstaltungs-Tickets, gefolgt von Software und Spielkonsolen. Der Online-Auftakt in den USA verlief vielversprechend: Allein am vergangenen Freitag wurden dort erstmals binnen eines Tages mehr als eine Milliarde Dollar im Internet umgesetzt. In den Läden sah es aber nicht so gut aus: Der "Black Friday" - der traditionell wichtigste Verkaufstag - spülte 11,2 Milliarden Dollar in die Kassen und damit 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

GFK-KONSUMKLIMA ERSTMALS SEIT JUNI RÜCKLÄUFIG

Allerdings sind die Voraussetzungen für das Weihnachtsgeschäft auch hierzulande nicht gänzlich ungetrübt, denn Schuldenkrise und schwächere Konjunktur haben die Kauflaune der Deutschen erstmals seit einem halben Jahr gedrückt. Das GfK-Konsumklimabarometer für Dezember fiel um 0,2 auf 5,9 Punkte. Die Kaufneigung der Deutschen sei aber nach wie vor hoch. "Die hohe Beschäftigung bändigt die Angst vor Jobverlust und fördert damit die Planungssicherheit gerade im Hinblick auf größere, werthaltige Anschaffungen", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Wegen niedriger Zinsen sei das Sparen zudem wenig attraktiv.

2011 war das Weihnachtsgeschäft wegen des warmen Wetters hinter den Erwartungen der Einzelhändler zurückgeblieben. Vor allem Winterkleidung und Sportartikel waren in den Regalen liegen geblieben. Der Einzelhandelsverband HDE rechnet dieses Jahr mit einem Rekordumsatz im Weihnachtsgeschäft - für das die beiden Monate November und Dezember zusammengefasst werden. 80,4 Milliarden Euro sollen in den Kassen klingeln. Das wären 1,5 Prozent oder 1,2 Milliarden Euro mehr als 2011.

"GROSSWETTERLAGE STIMMT OPTIMISTISCH"

Trotz Konjunkturflaute und Schuldenkrise rechnen die Forscher auch für 2013 mit einem robusten Konsum. "Die Großwetterlage per se stimmt uns verhalten optimistisch", sagte GfK-Chef Hartmann. "Unserer Einschätzung nach werden auch im nächsten Jahr die privaten Konsumausgaben leicht steigen und einen positiven Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland liefern." Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Konsumplus von 1,0 Prozent und von 1,1 Prozent im kommenden Jahr.

 
Vendors put final touches to their booth at the Gendarmenmarkt Christmas market in Berlin's Mitte district November 26, 2012. The Christmas market opens tonight. REUTERS/Tobias Schwarz (GERMANY - Tags: RELIGION SOCIETY)