Japans Notenbank soll nach Wahlen mehr fürs Wachstum tun

Dienstag, 27. November 2012, 10:48 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Die japanische Notenbank dürfte künftig deutlich stärker als bislang zur Ankurbelung der Wirtschaft eingespannt werden.

Die Währungshüter sollten künftig nicht nur für die Wahrung der Preisstabilität, sondern auch für die Schaffung von Arbeitsplätzen in die Pflicht genommen werden, forderte am Dienstag der Chef der oppositionellen Liberaldemokraten, Shinzo Abe, der Umfragen zufolge nach den Wahlen im Dezember wohl neuer Regierungschef wird. Abe will die Unabhängigkeit der Zentralbank einschränken und ihre Zielvorgaben ändern. So solle die Regierung ein Inflationsziel von zwei Prozent vorschreiben, kündigte der Oppositionsführer an. Die derzeitige Zielmarke von ein Prozent sei nicht ausreichend.

Abe sieht durch die geplanten Schritte nicht zwangsläufig die Unabhängigkeit der Währungshüter verletzt, solange die Zentralbanker selber über die Wege zum Ziel entscheiden könnten. Ohne die Aussicht auf steigende Preise könnten Unternehmen und Haushalte nicht zu höheren Ausgaben bewegt werden, warnte Abe. Nur so würden auch die Steuereinnahmen wieder steigen. Die Aussicht auf eine weitere Lockerung der japanischen Geldpolitik hat den Yen zuletzt auf Talfahrt geschickt. Davon profitierten bereits japanische Exportfirmen, weil ein niedrigerer Yen-Kurs ihre Produkte im Ausland verbilligt. Japan leidet unter der europäischen Schuldenkrise sowie einer Deflation. Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda hatte Abes Pläne zuletzt als zu extreme Schritte zurückgewiesen.