US-Notenbanker plädiert für Freihandelsabkommen mit Europa

Dienstag, 27. November 2012, 11:08 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die USA und Europa sollten nach Ansicht des Fed-Bankers Richard Fisher in der globalen Konjunkturflaute wirtschaftlich enger zusammenrücken.

Ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union müsse für die Regierung in Washington nach Klärung der drängenden Haushaltsprobleme "Top-Priorität" haben, sagte der Präsident der Fed von Dallas am Dienstag auf einer Finanzkonferenz in Berlin. Zunächst müsse aber die sogenannte Fiskalklippe aus automatischen Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen umschifft werden, die die Wirtschaft im kommenden Jahr abzuwürgen droht. Die Haushaltspolitik sei "komplett neu zu starten" und auf langfristige Nachhaltigkeit auszurichten, mahnte der Notenbanker.

Die USA dürften zugleich keine neuen Handelsschranken aufrichten: "Es ist sehr wichtig, dass sich die Regierung mit ganzer Kraft gegen die Versuchung stemmt, einen protektionistischen Kurs zu steuern." Ein Freihandelsabkommen mit der EU könne hingegen einen Konjunkturstimulus bieten und zugleich die transatlantischen Beziehungen vertiefen. Fisher, der derzeit in dem für die Zinspolitik zuständigen Offenmarktausschuss der Fed nicht stimmberechtigt ist, gilt als Verfechter einer besonders stabilititätsorientierten Geld-Politik. Obwohl er diesem Lager der sogenannten Falken zugeordnet werde, sehe er derzeit keine Inflationsrisiken in den USA, betonte Fisher. Das wahre Problem sei die hohe Arbeitslosigkeit. Fisher, der die lockere Geldpolitik der Fed kritisiert, sieht die Ausweitung der Fed-Bilanz mit Sorge: "Man kann die Lockerung nicht unendlich ausweiten." Es sei an der Zeit, deutlich zu machen, "was unsere Ziele sind und wo die Grenzen liegen".