Italien und Spanien kommen dank Hellas-Hilfen billiger an Geld

Dienstag, 27. November 2012, 12:24 Uhr
 

Madrid/Mailand (Reuters) - Die Einigung auf neue Finanzhilfen für Griechenland hat den Krisenstaaten Italien und Spanien die Geldbeschaffung erleichtert.

Beide Länder konnten sich am Dienstag Milliardensummen am Finanzmarkt leihen und mussten dafür deutlich weniger Zinsen zahlen als zuletzt. Die Furcht der Anleger vor einer Pleite Griechenlands und den unabsehbaren Folgen für andere südeuropäische Länder hatte Italien und Spanien in den vergangenen Monaten die Kreditaufnahme erschwert.

Das Finanzministerium in Rom lieh sich 3,5 Milliarden Euro für zwei Jahre zu 1,92 Prozent - so gering war der Satz zuletzt vor mehr als zwei Jahren. Vor einem Monat musste die Regierung bei einer vergleichbaren Emission noch knapp 2,4 Prozent berappen. Zudem konnte sie dank der starken Nachfrage das geplante Volumen voll ausschöpfen.

Spanien verkaufte Schuldtitel im Volumen von 4,1 Milliarden Euro und damit sogar etwas mehr als geplant. Auch hier überstieg die Nachfrage das Angebot deutlich, so dass für sechs Monate 1,67 und für drei Monate 1,25 Prozent jährliche Zinsen fällig wurden - ebenfalls deutlich weniger als zuletzt.

Dennoch gehen die meisten Volkswirte davon aus, dass Spanien angesichts eines großen Finanzbedarfs 2013 unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen wird.