Bund bleibt trotz niedrigerer Zinsen ein gefragter Schuldner

Mittwoch, 28. November 2012, 12:11 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Trotz sinkender Zinsen ist die Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen gestiegen.

Die Versteigerung von Bundesobligationen mit fünfjähriger Laufzeit spülte am Mittwoch mehr als 2,5 Milliarden Euro in die Staatskasse. Die Investoren begnügten sich mit einer Rendite von 0,41 Prozent, teilte die für das Schuldenmanagement des Bundes zuständige Finanzagentur mit. Sie lag damit noch etwas niedriger als bei der vorangegangenen Auktion Anfang November, als sie 0,42 Prozent betrug. Die Nachfrage zog trotzdem an: Die Versteigerung war 1,9-fach überzeichnet, zuvor nur 1,5-fach.

Der Bund habe damit "ein wirtschaftlich sehr gutes Ergebnis" erzielt, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. Analysten sehen das ähnlich. "Die Nachfrage war trotz der niedrigen Rendite ziemlich stark", sagte Alessandro Giansanti von ING. Nomura-Expertin Artis Frankovics führte das auf die Sorgen um die US-Wirtschaft wegen des Haushaltsstreits in Washington ("fiscal cliff") zurück. Anleger seien deshalb in sichere Papiere geflüchtet.

Deutschland profitiert in der Schuldenkrise von seinem Status als sicherer Hafen. Alle drei großen Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik mit der Bestnote "AAA". Auf der Suche nach einem sicheren Parkplatz für ihr Geld begnügen sich Anleger mit Mini-Zinsen oder zahlen sogar eine Prämie, um in den Besitz von Bundeswertpapieren zu kommen.