Barroso bringt Euro-Bonds wieder ins Gespräch

Donnerstag, 29. November 2012, 08:01 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Die EU-Kommission hat am Mittwoch einen Vorschlag für maßgebliche Reformen der Euro-Zone vorgelegt.

Kommissionspräsident Manuel Barroso erklärte, dass den 17 Euro-Ländern eine schnellere Integration zugestanden werden müsste als der aus insgesamt 27 Staaten bestehenden EU. Sonst wäre es nicht möglich, eine stärkere und stabilere Währungsgemeinschaft zu schaffen. "Die Euro-Zone muss zu einer schnelleren und tieferen Integration in der Lage sein als die gesamte EU", sagte Barroso bei Vorlage der fünfseitigen "Blaupause" für die Zukunft der Euro-Zone. Darin greift Barroso für die längerfristige Planung auch die Idee von Euro-Bonds wieder auf, die bei einem ersten Anlauf von Deutschland vehement abgelehnt worden waren.

Mit dem Vorschlag gemeinsamer Staatsanleihen von Euro-Ländern geht Barroso über bisherige Entwürfe von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hinaus. Auch fordert Barroso engagierter Mechanismen zur Durchsetzung von Strukturreformen in den einzelnen Ländern. Ansonsten liegt Barroso mit seinem Zukunftsplan weitgehend auf der Linie Van Rompuys, dessen Vorschläge schon im Oktober kamen und zum Teil umgesetzt werden.

 
European Commission President Jose Manuel Barroso addresses a news conference at the EU Commission headquarters in Brussels November 28, 2012. REUTERS/Francois Lenoir