Italien kommt so günstig an frisches Geld wie seit langem nicht

Donnerstag, 29. November 2012, 13:30 Uhr
 

Mailand (Reuters) - Nach der EU-Einigung auf ein Rettungspaket für Griechenland verspürt Italien am Kapitalmarkt deutlichen Rückenwind.

Das südeuropäische Land platzierte am Donnerstag eine zehnjährige Anleihe im Volumen von knapp drei Milliarden Euro und zahlte dafür mit 4,45 Prozent die niedrigste Rendite seit rund zwei Jahren. Italien teilte zudem ein fünfjähriges Papier im Volumen von drei Milliarden Euro zu. Damit hat die Regierung in Rom annähernd den gesamten Kapitalbedarf für dieses Jahr gedeckt, der auf 460 bis 465 Milliarden Euro veranschlagt wurde.

Italiens Ministerpräsident Mario Monti kann damit auf ein versöhnliches Ende des Emissionsjahres blicken. Noch kurz nach dem Abgang von Regierungschef Silvio Berlusconi vor rund einem Jahr musste das Land Rekordzinsen in Höhe von 7,56 Prozent für zehnjährige Anleihen bieten. "Die jetzt gebotene Rendite von 4,45 Prozent war damals fast unvorstellbar", erinnert sich Nicholas Spiro von Spiro Sovereign Strategy.

Schon am Dienstag hatten sich Italien und auch Spanien günstiger am Markt refinanzieren können. Zu Wochenbeginn hatte die Brüsseler Vereinbarung auf ein Griechenlandpaket das Vertrauen der Anleger gestärkt, dass Europa die Schuldenkrise in den Griff bekommt. Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, unter den Rettungsschirm flüchtende Länder mit Anleihenkäufen unterstützen zu wollen, hatte bereits zuvor maßgeblich zum Abbau der Verunsicherung am Markt beigetragen.

Das Euro-Land wird nun Mitte Dezember mit der Emission von Geldmarktpapieren und dreijährigen Bonds den Kapitalbedarf für dieses Jahr endgültig decken. Ende Dezember kann die Schuldenagentur dann mit der Platzierung von fünf- und zehnjährigen Papieren bereits frisches Geld für das kommende Jahr einsammeln.