Industrie im Euroraum bremst ihre Talfahrt nur leicht

Montag, 3. Dezember 2012, 10:10 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Industrie in der Euro-Zone kommt nur mühsam aus dem Konjunkturtal. Der Sektor bremste seine Talfahrt im November leicht, da sich die Rückgänge bei Produktion, Aufträgen und Beschäftigung abschwächten. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg um 0,8 auf 46,2 Punkte, wie das Markit-Institut am Montag zur Umfrage unter 3000 Betrieben mitteilte. Das Barometer erreichte den höchsten Stand seit acht Monaten, blieb aber das 16. Mal in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Die Industrie stecke weiter tief in der Krise, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. "Dies deutet darauf hin, dass sich die Rezession im Währungsgebiet im Schlussquartal 2012 weiter verschärft und die Wirtschaftsleistung damit das dritte Quartal in Folge schrumpft."

Für das Jahresende rechnet Williamson mit einem stärkeren Rückgang der Wirtschaftskraft als beim Minus von 0,1 Prozent im Sommerquartal. Dennoch helle sich die Lage langsam auf. "So dürften wir den Tiefpunkt der Krise bereits im Juli hinter uns gelassen haben", sagte der Markit-Experte. "Und der Produktions- und Beschäftigungsrückgang dürfte sich in den nächsten Monaten dank einer langsam wieder anziehenden Exportnachfrage aus den USA und Asien weiter verlangsamen."

Dennoch sorge die Schuldenkrise weiter für Unsicherheit. Dies belaste das Geschäftsklima und zwinge die Unternehmen zu strikter Kostenkontrolle. Das die Firmen trotz der Nachfrageflaute mit Überkapazitäten kämpfen, strichen sie per Saldo den zehnten Monaten in Folge Arbeitsplätze. Der Personalabbau verlangsamte sich jedoch.

(Reporter: Klaus Lauer, redigiert von René Wagner)