Asmussen: Frankreich und Italien müssen auf Reformkurs bleiben

Sonntag, 9. Dezember 2012, 14:44 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, hat Frankreich und Italien eindringlich vor einer Abkehr vom Reformkurs gewarnt.

"Es geht um Reformen bei Staatsfinanzen und in der Wirtschaftspolitik", sagte Asmussen mit Blick auf Frankreich der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe). Das Staatsdefizit müsse wie vereinbart im nächsten Jahr unter die Drei-Prozent-Schwelle sinken, die Wettbewerbsfähigkeit müsse steigen, damit Frankreich nicht weiter im Exportbereich verliere, warnte der Notenbanker. Über die überraschende Rückzugs-Ankündigung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti zeigte sich Asmussen enttäuscht. "Die Regierung von Mario Monti hat in kurzer Zeit Großes geleistet: das Vertrauen der Anleger zurückgewonnen, die Haushaltskonsolidierung vorangebracht. Wer immer Italien, ein Gründungsland der EU, nach den Wahlen regiert, wird diesen Kurs mit derselben Ernsthaftigkeit fortsetzen müssen."

"Wir haben alle ein großes Interesse an einem wirtschaftlich starken und gesunden Frankreich", betonte Asmussen in dem Vorabbericht. Ohne Frankreich funktioniere die Wirtschafts- und Währungsunion nicht. "Das wissen die Franzosen auch - daher bin ich sicher, dass sie die nötigen Reformen anpacken werden​."