Praet (EZB): Niedrigzinsen müssen Realwirtschaft erreichen

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 09:36 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die niedrigen Zinsen im Euro-Raum kommen nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet nicht ausreichend bei der Realwirtschaft an.

Dafür müsse aber gesorgt werden, sagte der Belgier in einem am Dienstag veröffentlichten Interview des "Wall Street Journal". Der Spielraum für Zinssenkungen sei schließlich gering, weil das Niveau bereits sehr niedrig sei. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bei ihrer Dezember-Sitzung den historisch niedrigen Leitzins von derzeit 0,75 Prozent nicht angetastet, aber die Möglichkeit einer weiteren Zinssenkung angedeutet. Mit Blick auf den mangelnden Effekt der Niedrigzinsen in der Realwirtschaft sagte Praet aber auch, die Lage beginne sich zu verbessern. "Wir sehen keine Notwendigkeit, neue Maßnahmen zu ergreifen."

 
The Euro currency sign is seen in front of the European Central Bank (ECB) headquarters in Frankfurt November 6, 2012. The European Central Bank is set to leave interest rates unchanged on Thursday, deferring a cut in borrowing costs that would risk undermining the impact of Mario Draghi's signature policy a year into his ECB presidency. A raft of weak economic data support the case for cutting rates but to do so could stir up debate in Germany about the ECB going soft under Draghi and blunt the impact of his new bond-purchase plan, dubbed Outright Monetary Transactions (OMT). REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS POLITICS)