Inflationsrate fällt unter die Zwei-Prozent-Marke

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 13:06 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Kaum steigen die Preise für Benzin und Heizöl nicht mehr so rasant, schon fällt die Inflationsrate in Deutschland unter die wichtige Zwei-Prozent-Marke.

Waren und Dienstleistungen kosteten im November 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Im September und Oktober lag die Teuerungsrate noch bei 2,0 Prozent. Die Europäische Zentralbank sieht stabile Preise nur bei Werten knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Das war zuletzt im Juli der Fall gewesen. Verantwortlich für den Rückgang sind die Energiepreise, die mit 3,8 Prozent deutlich langsam anzogen als in den Vormonaten.

Zu Jahresbeginn könnte die Inflationsrate allerdings wieder über diese Marke steigen - vor allem wegen höherer Strompreise. "Wir erwarten einen Anstieg, aber keinen dramatischen", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox haben 687 Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich zwölf Prozent angekündigt. Begründet wird das mit der steigenden Umlage zur Förderung von Ökostrom.

2012 LÄSST DER PREISDRUCK NACH

Für die sinkende Inflationsrate im November sorgte die Entwicklung der Energiepreise. Kraftstoffe verteuerten sich um 3,0 Prozent im Vergleich zum November 2011 - im Oktober gab es noch einen annähernd doppelt so großen Aufschlag. Leichtes Heizöl kostete 4,0 Prozent mehr, nach einem Plus von 11,3 Prozent im Vormonat. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich deutlicher, und zwar um 4,2 Prozent. Besonders für Obst (+10,5 Prozent), Gemüse (+6,9) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1) mussten die Verbraucher tiefer in die Taschen greifen.

In diesem Jahr hat sich der Preisauftrieb insgesamt verlangsamt. Nach Schätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) liegt die Inflationsrate im Schnitt bei 2,0 Prozent. 2011 waren es noch 2,3 Prozent. Für 2013 sagen die Forscher einen weiteren Rückgang auf 1,7 Prozent voraus, da die Konjunkturflaute den Unternehmen keine größeren Preiserhöhungen erlaube. "Allerdings liegt die Teuerung wohl weiterhin über dem Durchschnitt der vergangen zehn Jahre, wozu auch die Verteuerung von Strom aufgrund regulatorischer Eingriffe beitragen dürfte", erklärte das RWI.