Frankreich muss um letztes Spitzen-Rating bangen

Freitag, 14. Dezember 2012, 17:50 Uhr
 

Paris (Reuters) - Frankreich kann seine letzte verbliebene Spitzennote bei einer Rating-Agentur nur mit größter Haushaltsdisziplin halten.

Die Bonitätswächter von Fitch veranschlagen in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung die Schuldenlast des Landes im Jahr 2014 auf 94 Prozent der Wirtschaftsleistung: "Das ist hart an der Grenze dessen, was mit einer Spitzennote 'AAA' für Frankreich vereinbar ist." Die Staatsschuld müsse ab 2014 nachhaltig zurückgeführt werden. In den von Fitch mit Spitzenbonität beurteilten Ländern haben nur die USA und Großbritannien noch höhere Schuldenberge zu bewältigen.

Zugleich beließ die Agentur, die Frankreich anders als die Konkurrenten Moody's und S&P noch immer die höchste Kreditwürdigkeit bescheinigt, den Ausblick auf 'negativ'. Finanzminister Pierre Moscovici wertete die Fitch-Beurteilung als "Ermutigung und Motivation" für die Regierung in Paris, ihre Ziele beim Verringern der Schuldenlast weiter zu verfolgen. "Es ist sehr wichtig, dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen", betonte der Sozialist.

WARNSCHUSS FÜR GROSSBRITANNIEN

S&P hatte zuvor Großbritannien mit dem Entzug der Bestnote für die langfristige Kreditwürdigkeit gedroht. Zwar bekräftigte die Agentur das bisherige AAA-Rating, senkte aber den Ausblick auf 'negativ' von zuvor 'stabil'. Als Grund führte S&P unsichere Erholungs- und Wachstumsaussichten für das Land an. Die Chancen für eine Herabstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre bezifferte S&P mit eins zu drei. Großbritannien gehört neben Deutschland und Kanada zu dem kleinen Kreis von Ländern, die noch über eine Spitzenbewertung bei den Rating-Agenturen verfügen.

 
REUTERS/Yves Herman (BELGIUM - Tags: POLITICS BUSINESS)