Fed plant härtere Auflagen für ausländische Banken

Sonntag, 16. Dezember 2012, 16:11 Uhr
 

Washington (Reuters) - Die US-Notenbank Fed plant härtere Auflagen für ausländische Banken.

Ziel der neuen Vorschriften sei es, dass ausländische Kreditinstitute im Ernstfall nicht von den amerikanischen Steuerzahlern vor der Pleite gerettet werden müssten, teilte die Federal Reserve am Freitag in Washington mit. So müssten ausländische Geldhäuser künftig strengere Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften erfüllen. Zudem müssten diese Institute ihre Tochterunternehmen unter einer US-Dachgesellschaft zusammenfassen. Die Regeln sollen aber nur für Großbanken mit einem globalen Vermögen von über 50 Milliarden Dollar gelten.

Die betroffenen Institute sollen bis Ende März die Möglichkeit haben, zu dem Vorhaben Stellung zu beziehen. Die Bankenaufsicht soll die Umsetzung der Vorschriften dann ab Juli 2015 sicherstellen. "Der Vorschlag würde ausländische Banken nicht im Verhältnis zu den einheimischen US-Banken benachteiligen", sagte Fed-Gouverneur Jeremy Stein. Vielmehr sollten damit gleiche Bedingungen für alle geschaffen werden. Dagegen warnte der Weltbankenverband IIF, ausländische Institute könnten sich aus den USA zurückziehen.

Der Vorstoß der US-Notenbank könnte für Europas Großbanken teuer werden. Analysten gehen davon aus, dass Häuser wie die Deutsche Bank und Barclays mehrere Milliarden Dollar zusätzliches Kapital vorhalten müssen, sollte die Fed sie zwingen, ihr gesamtes US-Geschäft einer Holdingstruktur nach heimischen Standards zu unterstellen. Die Deutsche Bank hatte die Holdingstruktur für ihr US-Geschäft zu Jahresbeginn verschlankt und eine Ebene herausgenommen. Das Geschäft in den USA sei ausreichend kapitalisiert, hieß es damals.

- von Emily Stephenson und Douwe Miedema