Japans Exporte schwächeln - Europa-Geschäft bricht ein

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 13:27 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Schwache Geschäfte mit den Schlüsselmärkten in Europa und China belasten Japans Exporteure.

Sie lieferten im November 4,1 Prozent weniger ins Ausland als vor einem Jahr und mussten den sechsten Monat in Folge sinkende Umsätze wegstecken. Dies dürfte den Druck auf die japanische Notenbank erhöhen, den Geldhahn noch weiter aufzudrehen, um der Wirtschaft aus der Rezession zu helfen. "Was uns wirklich Sorge bereitet ist, dass Japans Exporte nicht so stark anziehen wie sie es früher taten, wenn es in den Volkswirtschaften in Übersee besser wird", sagte Mizuho-Analyst Yasuo Yamamoto.

Die Lieferungen nach Europa sackten um knapp 20 Prozent, die Ausfuhren nach China um 14,5 Prozent. Hier dürfte nicht nur die jüngste Konjunkturabkühlung in China gedämpft haben, sondern auch der Streit beider Länder um Inseln im Ostchinesischen Meer. Die Exporte ins Reich der Mitte fielen sogar unter das Niveau des US-Geschäfts, das um gut fünf Prozent zum Vorjahr anzog.

Japans Wirtschaft steckt in der Rezession und könnte diese nach Ansicht von Ökonomen Anfang 2013 hinter sich lassen. Dabei setzen Beobachter auf Schützenhilfe der Notenbank. Denn die Zentralbanker gehen unter dem Druck der Politik wohl noch diese Woche in die Offensive. Die Bank von Japan dürfte nach einer zweitätigen Sitzung am Donnerstag ihre Geldschleusen weiter öffnen. Der angehende Ministerpräsident Shinzo Abe hatte im Wahlkampf für eine lockere Geldpolitik und Konjunkturprogramme geworben, um Japan aus der Spirale von Wirtschaftsflaute und Deflation zu befreien. Ökonomen gehen davon aus, dass Abes Politik mittelfristig zur Abwertung des Yen führt, was vor allem die exportabhängige Industrie sehnsüchtig erwartet. Elektronikfirmen wie Panasonic und Sharp und Autobauer wie Toyota würden davon profitieren.