Japans Zentralbank lockert Geldpolitik - Anleiheprogramm erhöht

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 08:39 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Die japanische Notenbank dreht den Geldhahn weiter auf und weitet ihr milliardenschweres Anleihen-Kaufprogramm aus.

Die Zentralbank beschloss am Donnerstag einstimmig, den Gesamtumfang des Programms zur Stützung der japanischen Wirtschaft um zehn Billionen Yen auf 101 Billionen Yen (rund 908 Milliarden Euro) zu erhöhen. Damit lockert die japanische Notenbank ihre Geldpolitik das dritte Mal innerhalb von vier Monaten.

Zudem teilte die BOJ mit, dass man bei der nächsten Sitzung im Januar die bisherigen Richtwerte zur Inflation überdenken wolle. Bislang gilt hier ein Korridor von null bis zwei Prozent als Orientierung. Zentralbank-Gouverneur Masaaki Shirakawa wollte die Entscheidung der Währungshüter im Tagesverlauf auf einer Pressekonferenz näher erläutern.

Japans Wirtschaft steckt in der Rezession und könnte diese nach Ansicht von Ökonomen Anfang 2013 hinter sich lassen. Dabei setzen Beobachter auf Schützenhilfe der Notenbank. Der angehende Ministerpräsident Shinzo Abe hatte im Wahlkampf für eine lockere Geldpolitik und Konjunkturprogramme geworben, um Japan aus der Spirale von Wirtschaftsflaute und Deflation zu befreien. Ökonomen gehen davon aus, dass Abes Politik mittelfristig zur Abwertung des Yen führt, was vor allem die exportabhängige Industrie sehnsüchtig erwartet.

 
A flower is seen in front of the headquarters of the Bank of Japan in Tokyo December 20, 2012. REUTERS/Kim Kyung-Hoon