Frankreich leiht sich 2013 weniger Geld von Anlegern

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 13:05 Uhr
 

Paris (Reuters) - Dank eines kleineren Haushaltslochs muss Frankreich die Kapitalmärkte 2013 nicht mehr so stark anzapfen wie in diesem Jahr.

Frankreich werde mittel- bis langfristige Anleihen über 169 Milliarden Euro platzieren, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Staates betraute Finanzagentur AFT am Donnerstag mit. Im laufenden Jahr sammelt die AFT mit zwei- bis fünfzigjährigen Bonds rund 178 Milliarden Euro bei Investoren ein. Das geplante Emissionsvolumen für 2013 sinkt im Vergleich zum bisherigen Plan von September um eine Milliarde Euro. AFT-Chef Philippe Mills sagte, Grund dafür sei auch, dass die Agentur in diesem Jahr Anleihen über 23,5 Milliarden Euro zurückgekauft habe. Dies verringere die fällig werdenden Verbindlichkeiten für 2013 und 2014.

Die Refinanzierungskosten für Frankreich fielen nach Mills Worten 2012 auf ein Rekordtief. 2013 dürfte sich die Zinssituation in Europa weiter normalisieren. "Die Zinsen für Länder, die als fragil angesehen werden, werden sinken und die Zinsen für Kernländer werden - im Falle Deutschlands - steigen und für Frankreich wahrscheinlich stabil bleiben oder leicht steigen", sagte Mills.

Deutschland will sich im nächsten Jahr 250 Milliarden Euro von Investoren leihen und damit rund fünf Milliarden Euro weniger als 2012. Zusätzlich behält sich die Deutsche Finanzagentur vor, inflationsgeschützte Bundesanleihen zu begeben. Dies könnte sich auf weitere acht bis zwölf Milliarden Euro belaufen.