Indiens Ministerpräsident - Hohes Wachstum nur bei Reformen

Donnerstag, 27. Dezember 2012, 13:09 Uhr
 

Neu-Delhi (Reuters) - Indiens Ministerpräsident Manmohan Singh hält das selbst gesteckte Wachstumsziel von acht Prozent nur bei Reformen für erreichbar.

"Ein hohes Wachstum wird definitiv nicht geschafft, wenn wir so weitermachen wie bisher", sagte Singh am Donnerstag in Neu-Delhi. "Wir können die Weltwirtschaft nicht verändern, aber wir können etwas tun gegen die Hemmnisse zuhause, die zum Abschwung beigetragen haben."

Das Bruttoinlandsprodukt wird in dem im März zu Ende gehenden Steuerjahr voraussichtlich nur um 5,7 bis 5,9 Prozent zulegen und damit so langsam wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Regierung will zwischen 2012 und 2017 ein durchschnittliches Wachstum von acht Prozent schaffen. Das sei "ambitioniert", räumte Singh ein. Er hatte im September eine Reihe von Reformen eingeleitet. So wurden der Einzelhandel und weitere Branchen für ausländische Investoren geöffnet. Ökonomen fordern eine raschere Genehmigung von neuen Infrastrukturprojekten, den Abbau von Subventionen und ein anderes Steuersystem.

Indien braucht ein Wachstum von mindestens acht Prozent, um genügend Jobs für seine stark wachsende Bevölkerung zu schaffen. "Wir sind noch immer ein Niedriglohnland", sagte Singh. "Wir brauchen 20 Jahre kräftiges Wachstum, um ein mittleres Einkommensniveau zu erreichen."