Frankreichs Wachstumsprognose soll bis April auf den Prüfstand

Freitag, 28. Dezember 2012, 17:10 Uhr
 

Paris (Reuters) - Die französische Regierung entscheidet bis zum Frühjahr, ob die Wachstumsprognose revidiert werden muss.

Bevor der langfristige Haushaltsplan im April an die EU-Kommission weitergeleitet werde, solle auch die Prognose überprüft werden, sagte der französische Finanzminister Pierre Moscovici am Freitag. "Derzeit gibt es keinen Grund, die Wachstumsprognose für 2013 zu ändern. Ich halte an den 0,8 Prozent fest", sagte er. Bis April sei absehbar, ob sie tragfähig sei oder nicht, fügte er hinzu.

Im dritten Quartal schrammte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nach Deutschland nur haarscharf an einer Rezession vorbei: Das Bruttoinlandsprodukt legte um magere 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung bereits um 0,1 Prozent geschrumpft. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von einer Rezession gesprochen.

Angesichts der schleppenden Entwicklung hat das Land Schwierigkeiten, seinen Haushalt auf Vordermann zu bringen. Der sozialistische Präsident Francois Hollande steht unter großem Druck. Der Internationale Währungsfonds hat bereits durchblicken lassen, Frankreich müsse wohl seinen Sparkurs verschärfen, um das Defizit zu senken. Das französische Statistikamt rechnet auch für die ersten beiden Quartale 2103 nur mit einem Wachstum von jeweils 0,1 Prozent.

Von den drei führenden Ratingagenturen bewertet nur noch Fitch Frankreich mit der Spitzennote. Moody's hatte das Land kürzlich von AAA auf Aa1 herunterstuft. Standard & Poor's entzog Frankreich das Top-Rating schon im Januar.

 
France's Finance Minister Pierre Moscovici is surrounded by journalists as he leaves after a news conference at the Economy Ministry in Paris December 19, 2012. REUTERS/Charles Platiau