Banken-Aufseher wollen Streit um Liquiditätsregeln lösen

Donnerstag, 3. Januar 2013, 16:20 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Im Dezember hatte sich der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht nicht über die neuen Liquiditätsregeln einigen können - jetzt wird die Problemlösung zur Chefsache.

Die Chefs der Notenbanken und obersten Bankenaufseher der 27 im Baseler Ausschuss vertretenen Länder wollen am Wochenende in Basel eine Antwort auf die Frage finden, welche Reserven die Banken künfig vorhalten müssen, um eine akute Finanzkrise zu überstehen. Das geht aus der Einladung zu einer Pressekonferenz hervor, bei der der der britische Notenbankchef Mervyn King und der schwedische Notenbankchef Stefan Ingves am Sonntagabend über die Ergebnisse des Treffens berichten wollen.

Nach den bisherigen Plänen sollen Banken von 2015 an eine Mindest-Liquiditätsreserve (LCR) vorhalten, die 30 Tage lang vorhält, wenn die Finanzmärkte in einer Krise völlig austrocknen und sich die Banken gegenseitig kein Geld mehr leihen. Die US-Investmentbank Lehman Brothers war 2007 gescheitert, weil sie ihr ausreichend vorhandenes Kapital nicht schnell genug zu Geld machen konnte.

Gestritten wird aber immer noch, wie der Reservetopf gefüllt werden soll. Expertenschätzungen zufolge müssen sich die größten Banken der Welt dafür mit rund einer halben Billion flüssigen Mitteln zusätzlich eindecken. Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger hatte Reuters in der vergangenen Woche gesagt, das Gremium wolle nicht mehr daran rütteln, dass 60 Prozent der Liquiditätsreserve aus Staatsanleihen mit hoher Bonität und aus Bargeld bestehen müsse. Umstritten sei nur noch, welche anderen Anlagen als ausreichend liquide anerkannt werden. Dazu gehören etwa bestimmte Unternehmensanleihen.

Zur Debatte steht auch eine Übergangsfrist, mit der die Banken mehr Zeit bekommen würden, um die Liquiditätspuffer aufzubauen. Denn die LCR sollte eigentlich seit 2011 auf ihre Tauglichkeit überprüft werden, bevor sie "scharf geschaltet" wird. Die Verzögerungen bei der Umsetzung des Regelwerks "Basel III", zu dem die neue Kontrollziffer gehört, in Europa und den USA hat die Beobachtungsperiode deutlich verkürzt. Eine zweite Liquiditätsquote (NSFR) soll dafür sorgen, dass die Banken ihre langfristig ausgegebenen Kredite nicht mehr allzu kurzfristig refinanzieren. Auch das hatte in der Finanzkrise Institute wie die Hypo Real Estate an den Rand des Abgrunds gebracht.