Bund erhält erstmals in diesem Jahr Prämie bei Anleihen-Auktion

Montag, 7. Januar 2013, 12:41 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bei der zweiten Anleihen-Versteigerung in diesem Jahr hat der Bund erstmals eine Prämie kassiert.

Die Auktion von sechsmonatigen Wertpapieren (Bubills) spülte am Montag mehr als 3,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, teilte die für das Schuldenmanagement verantwortliche Finanzagentur mit. Die Durchschnittsrendite für die Investoren lag mit minus 0,009 Prozent im negativen Bereich. Trotzdem war die Nachfrage robust: Der Bund hätte auch doppelt so viele Papiere loswerden können.

Bei der Premiere in diesem Jahr hatte der Staat mehr als vier Milliarden Euro mit zweijährigen Bundesschatzanweisungen eingenommen. Hier gaben sich die Anleger mit einem Mini-Zins von 0,01 Prozent zufrieden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will sich in diesem Jahr 250 Milliarden Euro am Kapitalmarkt leihen - fünf Milliarden Euro weniger als 2012. Mit dem Geld müssen alte Schulden zurückgezahlt und das Defizit im neuen Haushalt geschlossen werden. Der Bund profitiert in der Schuldenkrise von der Flucht der Investoren in sichere Anlagen. Bei 21 der insgesamt 70 Auktionen im vergangenen Jahr musste er keine Zinsen an seine Gläubiger zahlen, sondern kassierte eine Prämie.