Lebensmittel verteuern sich so stark wie zuletzt 2008

Dienstag, 15. Januar 2013, 11:52 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Lebensmittel haben sich im Dezember so stark verteuert wie seit über vier Jahren nicht mehr.

Die Preise stiegen in Deutschland um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. "Dies ist der stärkste Preisanstieg bei Nahrungsmitteln seit September 2008 mit 6,4 Prozent", erklärte die Behörde.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) nannte als Ursache die gestiegene Nachfrage vor den Feiertagen. Auch langfristig müssten sich die Deutschen darauf einstellen, dass die Lebensmittelpreise schneller steigen als die Inflationsrate. "Wir rechnen für dieses Jahr mit einem Plus von etwa drei Prozent", sagte BVE-Geschäftsführerin Sabine Eichner. "Es gibt mehr Menschen auf dem Globus und mehr Menschen mit höheren Einkommen. Deshalb werden beispielsweise Fleisch- und Milchprodukte teurer." Hinzu komme der Klimawandel. "Ernteausfälle durch Dürren, Brände oder Überschwemmungen nehmen zu, was ebenfalls die Preise treibt", erläuterte Eichner.

KNAPP ÜBER DER WARNSCHWELLE

Teure Nahrungsmittel haben 2012 die Inflation hoch gehalten. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 2,0 Prozent mehr, bestätigten die Statistiker eine frühere Schätzung. 2011 lag die Teuerungsrate mit 2,3 Prozent etwas darüber, 2010 mit 1,1 Prozent deutlich darunter. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Energie kostete 5,2 Prozent mehr. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich mit 3,2 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich.

Deutlich tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucher im Dezember beispielsweise für Gemüse. Dafür mussten 12,0 Prozent mehr bezahlt werden als vor Jahresfrist, für Obst 9,8 Prozent mehr. Für Fleisch und Fleischwaren sowie Fisch und Fischwaren wurden jeweils 5,6 Prozent mehr verlangt. Brot und Getreideerzeugnisse verteuerten sich um 3,3 Prozent. Energie kostete im Schnitt 3,5 Prozent mehr.