Schäuble - Zypern muss vor Hilfe Geldwäschereform nachweisen

Dienstag, 15. Januar 2013, 16:39 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich gegen eine rasche Hilfe für den angeschlagenen Euro-Staat Zypern ausgesprochen.

Es müsse "belastbare Verpflichtungen zur Einhaltung des internationalen Geldwäschestandards geben", sagte Schäuble am Dienstag in der Sitzung der CDU/CSU-Bundesfraktion nach Angaben von Teilnehmern. Es gebe deshalb keine Absicht, kurzfristig und unter Zwängen zu entscheiden.

Zugleich kritisierte Schäuble die Weigerung von Präsident Dimitris Christofias, Privatisierungen zuzustimmen. Das Problem Zyperns sei von ungewöhnlicher Größenordnung, wenn man auf das Bruttoinlandsprodukt und die Verschuldung des Landes schaue.

Vertreter der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds verhandeln derzeit mit dem Land über ein Hilfspaket im Volumen von 17,5 Milliarden Euro. Der Mittelmeerstaat braucht das Geld vor allem, um seinen aufgeblähten und maroden Bankensektor zu sanieren. Etliche EU-Partner werfen dem Land vor, dass es mit laxen Geldwäschekontrollen enorme Summen aus Russland angezogen habe.

 
Cyprus' President Demetris Christofias addresses a news conference after a European Union leaders summit in Brussels December 14, 2012. REUTERS/Francois Lenoir