Euro-Schuldenländern steht hartes Jahr ins Haus

Mittwoch, 16. Januar 2013, 17:45 Uhr
 

London (Reuters) - Für Spanien und weitere Euro-Schuldenländer wird dieses Jahr nach Ansicht von Volkswirten noch härter als erwartet.

Spanien, ein Kandidat für den Euro-Rettungsschirm, muss laut der am Mittwoch von Reuters veröffentlichten Ökonomen-Umfrage mit einer um 1,5 Prozent sinkenden Wirtschaftsleistung rechnen. Die Regierung in Madrid veranschlagt nur ein Minus von 0,5 Prozent. Die 46 Experten rechnen zudem im Mittel damit, dass das Defizit dieses Jahr 6,1 Prozent betragen wird. Noch im Oktober hatten sie lediglich 5,3 Prozent veranschlagt. Auch am Arbeitsmarkt ist kein Licht am Ende des Tunnels absehbar. Zum Ende des Jahres wird die Arbeitslosenquote der Umfrage zufolge auf 26,5 Prozent ansteigen.

Auch im Nachbarland Portugal sind die Aussichten alles andere als rosig. Dort soll die Wirtschaftskraft 2013 sogar um 1,7 Prozent schrumpfen. Entsprechend wird die Regierung in Lissabon ihr Defizitziel von 4,5 Prozent in diesem Jahr knapp verfehlen und bei 4,7 Prozent landen, sagen die Volkswirte voraus.

Auch das vom IWF und den Euro-Partnern über Wasser gehaltene Griechenland wird dieses Jahr weiter im Griff der Rezession bleiben. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach um 4,3 Prozent schrumpfen. Im Oktober hatten die Ökonomen nur 3,0 Prozent auf dem Zettel. Und selbst Irland, das unter dem Euro-Rettungsschirm große Reform-Fortschritte gemacht hat, wird bei seiner Aufholjagd nach dem Urteil der Fachleute nicht so schnell vorankommen wie noch im Herbst gedacht. Die Experten veranschlagen für 2013 ein Wachstum von 1,2 Prozent. Im Oktober hatten sie 1,5 Prozent geschätzt.

 
A picture illustration taken with the multiple exposure function of the camera shows a one Euro coin and a map of Europe, January 9, 2013. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS POLITICS)