Anleger schenken Spanien bei Auktion wieder mehr Vertrauen

Donnerstag, 17. Januar 2013, 13:12 Uhr
 

Madrid/Frankfurt (Reuters) - Spanien spürt am Anleihenmarkt kräftigen Rückenwind.

Bei der Ausgabe von Papieren mit Laufzeiten bis 2015, 2018 und 2041 nahm das klamme Land am Donnerstag insgesamt 4,5 Milliarden Euro ein und landete damit am oberen Ende der angestrebten Spanne. Dabei zahlte der spanische Staat zudem geringere Renditen als zuletzt. So verlangten die Anleger für die extrem langlaufende Anleihe einen Zins von 5,696 Prozent. Zuletzt waren noch mehr als sechs Prozent fällig geworden. "Es zeigt sich, dass Anleger aus Übersee und speziell aus den USA zu den Anleihenmärkten der Staaten am Rande der Euro-Zone zurückkehren", sagte Ökonom Nick Stamenkovic von Ria Capital Markets. Auch bei Schuldtiteln mit Laufzeit bis 2015 und 2018 sanken mit 2,7 (zuletzt: 3,35) beziehungsweise 3,7 (zuletzt 3,98) Prozent die Renditen.

Während die Nachfrage nach dem bis 2041 laufenden Papier mit einer Überzeichnungsquote von 2,0 zur letzen vergleichbaren Auktion konstant blieb, ließ der Appetit der Anleger auf die kürzer laufenden Anleihen nach: Bei den Bonds mit Laufzeit bis 2015 überstieg die Nachfrage das Angebot um das Doppelte. Zuletzt war eine ähnliche Auktion noch 4,8-fach überzeichnet. Auch das 2018er Papier war mit einer Überzeichnungsquote von 2,3 nicht mehr so gefragt wie zuletzt, als sie 2,6 betrug.

ÜBERZEUGENDE EMISSIONEN

Helaba-Analystin Viola Julien hält die Emission für gelungen: "Die spanischen Auktionen haben in letzter Zeit immer überzeugt, und diese reiht sich nahtlos ein." Spanien habe dabei meist mehr Geld aufgenommen als ursprünglich geplant, ohne dass dies am Markt negativ aufgenommen worden sei. Das Land konnte bereits am Dienstag bei einer Auktion von Geldmarktpapieren zu deutlich günstigerer Konditionen als zuletzt frisches Geld einsammeln. Viele von Reuters befragte Experten gehen wegen der gesunkenen Kapitalmarktkosten Spaniens davon aus, dass das Land dieses Jahr den Euro-Rettungsschirm nicht in Anspruch nehmen muss. In einer Umfrage unter 23 Händlern sahen 13 keine Notwendigkeit für Spanien, den ESM anzuzapfen.

Der Euro zog nach der spanischen Anleihe-Auktion leicht auf 1,3355 Dollar von zuvor 1,3340 Dollar an. Der Kurs der bereits gehandelten zehnjährigen Papiere erhöhte sich geringfügig auf 5,039 von 5,023 Prozent, lag damit aber immer noch rund einen Viertel Prozentpunkt unter dem Niveau vom Jahresbeginn.