Notenbank sagt Italien weiteres Rezessionsjahr voraus

Freitag, 18. Januar 2013, 17:29 Uhr
 

Rom (Reuters) - Italien muss sich auf ein weiteres Jahr Rezession einstellen.

Die Notenbank veranschlagt in ihrer am Freitag vorgelegten Prognose für 2013 ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,0 Prozent. Sie ist damit weit pessimistischer als noch vor einem halben Jahr, als sie nur minus 0,2 Prozent prognostizierte. Voriges Jahr ist die Wirtschaftsleistung nach einer ersten groben Schätzung um 2,1 Prozent geschrumpft. Das unter einer hohen Schuldenlast ächzende Land steckt seit Anfang 2011 in der Rezession. Die Notenbank erwartet erst ab der zweiten Jahreshälfte eine Erholung, die jedoch keineswegs sicher sei. 2014 soll die Wirtschaft wieder wachsen, doch mit einem Plus von 0,7 Prozent nur schleppend.

Fortschritte beim Defizitabbau bescheinigt die Notenbank zugleich dem technokratischen Ministerpräsidenten Mario Monti, der bei der Parlamentswahl am 25. Februar mit einem eigenen Bündnis antritt: 2012 soll der Fehlbetrag auf 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gefallen sein. Damit würde das Land das Maastricht-Defizit-Kriterium wieder einhalten, das 2011 mit 3,9 Prozent noch klar verfehlt wurde. Die Schuldenstandsquote bleibt jedoch weiter überhöht. Für 2013 sagt die Notenbank eine Quote von 126,1 Prozent der Wirtschaftsleistung voraus. Die Maastricht-Obergrenze liegt bei 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.