Kreise - Rettungspaket für Zypern nicht vor zweiter März-Hälfte

Freitag, 18. Januar 2013, 17:53 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Das Rettungspaket für Zypern wird voraussichtlich erst in der zweiten März-Hälfte geschnürt.

Unter der amtierenden Regierung werde wohl keine Einigung mehr zustande kommen, sagte ein Vertreter der Europäischen Union am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei aber die erste Aufgabe nach der Wahl am 17. Februar. "Es gibt die Chance, in der zweiten Hälfte des Monats März zu einer Einigung zu kommen", sagte die Person, die in die Gespräche eingebunden ist. Das Land laufe keine Gefahr, bis dahin pleitezugehen.

Derzeit verhandelt Zypern mit der EU, der EZB und dem IWF ("Troika") über Finanzhilfen von gut 17 Milliarden Euro. Zehn Milliarden davon sind für die Banken des Landes vorgesehen, die unter ihren engen Verbindungen zu griechischen Geldhäusern leiden.

Der Finanzminister des Landes, Vassos Shiarley, schloss in einem Interview mit Reuters am Freitag Privatisierungen nicht aus, falls dies zur Auflage für das Rettungspaket gemacht werde. Gespräche mit dem amtierenden Präsidenten Dimitris Christofias gestalten sich schwierig, weil er sich gegen den Verkauf von Staatseigentum sperrt. Shiarley erklärte, sein Land habe Russland darum gebeten, fünf Jahre Aufschub für die Rückzahlung eines Kredits über 2,5 Milliarden Euro zu gewähren. Dieser ist eigentlich 2016 fällig. Zudem bezeichnete Shiarley den Schuldenschnitt privater Gläubiger Anfang 2012 für Griechenland als Fehler. "Das war ein Geschenk an Griechenland. Wir bitten nicht um ein Geschenk. Wir bitten nur um Verständnis und einen Kredit unter fairen Bedingungen, damit wir diese schwierigen finanziellen Zeiten überstehen können."