Merkel - Lateinamerika glaubt an Zusammenhalt der Euro-Zone

Sonntag, 27. Januar 2013, 15:27 Uhr
 

Santiago de Chile (Reuters) - In Lateinamerika wird die Frage des Zusammenhalts der Euro-Zone nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel als wichtiger als die weitere Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU gesehen.

"Die Diskussion über den Euro ist noch manifester als über Großbritannien", sagte Merkel am Sonntag am Rande des EU-CELAC-Gipfels in Santiago de Chile. Nach etlichen bilateralen Gesprächen mit südamerikanischen Regierungschefs betonte Merkel, dass man in Lateinamerika mittlerweile davon überzeugt sei, dass die Euro-Zone erhebliche Fortschritte auf dem Weg aus der Krise gemacht habe. "Das Allerwichtigste ist, dass sie den Eindruck haben, dass wir als Euroraum die Krise gemeinsam überwinden wollen und nicht einzelne Länder sozusagen hängen lassen", betonte sie mit Blick auf die Griechenland-Debatte. "Das Signal ist angekommen und das wird hier sehr positiv bewertet."

Merkel räumte ein, dass sie sehr oft auf Großbritannien angesprochen worden sei. "Natürlich fragen alle, wird man es auch schaffen, dass Großbritannien in der EU bleiben kann", sagte sie. "Wir - soweit wir hier als Vertreter der EU vertreten sind - sagen ganz einhellig, dass wir uns ein Großbritannien in der EU wünschen", betonte Merkel mit Blick auf die auf dem EU-CELAC-Gipfel anwesenden anderen EU-Regierungschefs. Am Samstag hatte etwa Chiles Präsident Sebastian Pinera betont, die lateinamerikanischen Staaten seien für einen Verbleib Großbritanniens in der Union.

In den vergangenen Tagen habe es eine sehr interessante Diskussion in der EU gegeben, betonte Merkel. Premierminister David Cameron habe Punkte angesprochen, "die uns alle anbelangen, wenn es um Wettbewerbsfähigkeit geht, wenn es um Demokratie geht, wenn es um die Frage geht: Wer muss in Europa was machen?"

 
Germany's Chancellor Angela Merkel is seen in a screen during the opening ceremony of the summit of the Community of Latin American, Caribbean States and European Union (CELAC-UE) in Santiago, January 26, 2013. REUTERS/Summit Press/Handout THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS