Merkel fordert Mercosur-Staaten zu EU-Freihandelsabkommen auf

Sonntag, 27. Januar 2013, 15:58 Uhr
 

Santiago de Chile (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Mercosur-Staaten wie Brasilien und Argentinien aufgefordert, endlich den Weg für ein Freihandelsabkommen mit der EU freizumachen.

Sie habe darüber sowohl mit der brasilianischen als auch der argentinischen Präsidentin gesprochen, sagte Merkel am Sonntag am Rande des EU-CELAC-Gipfels mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik am in Santiago de Chile. "Wir verhandeln schon seit 13 Jahren. Von europäischer Seite wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir vorankommen", betonte sie. Dass dies ein Sorgenkind sei, hätten auch EU-Kommission und EU-Ratspräsident bereits auf dem vorangehenden EU-Brasilien-Gipfel deutlich gemacht. "Ich habe das gestern auch in meinen Gesprächen mit der brasilianischen Präsidentin unterstrichen", sagte Merkel.

"Wir machen uns große Sorgen über bestimmte protektionistische Tendenzen in einigen Ländern. Ich werde heute auch mit der argentinischen Präsidentin darüber sprechen", fügte sie hinzu. Hintergrund ist, dass die argentinische Präsidentin Cristina Fernandez Kirschner am Samstag auf dem Gipfel ausdrücklich protektionistische Maßnahmen verteidigt hatte.

Merkel betonte, dass sie aber mit den Gesprächen in Chile und auch mit der Abschlusserklärung des Gipfels insgesamt sehr zufrieden sei. "Ich habe den Eindruck, dass diejenigen, die auf Freihandel setzen und diejenigen, die auf eine Fortsetzung der Doha-Runde setzen, stark in der Überzahl sind."