Deutsche Exporteure mit stärkster Preissenkung seit 4 Jahren

Dienstag, 29. Januar 2013, 12:11 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Wegen der Flaute bei wichtigen Handelspartnern haben die deutschen Exporteure ihre Preise im Dezember so stark gesenkt wie seit vier Jahren nicht mehr.

Sie fielen um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. "Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Dezember 2008." Bereits im September und Oktober 2012 waren die Exportpreise leicht gefallen, im November stagnierten sie.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) führt die Entwicklung auf die Rezession in vielen europäischen Ländern zurück. "Das ist kein Umfeld, in dem Preiserhöhungen durchsetzbar sind", sagte DIHK-Außenhandelsexperte Ilja Nothnagel. In vielen Euro-Ländern gebe eine extreme Zurückhaltung bei Investitionen. Einige Unternehmen hätten deshalb Zugeständnisse beim Preis gemacht. "Oft gilt dann die Devise: Besser ein Geschäft als kein Geschäft."

ING-Ökonom Carsten Breszki spricht ebenfalls von Preisnachlässen "als Reaktion auf die schwächere Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte und zum Erhalt von Marktanteilen". Auch nach Angaben des Markit-Instituts, das jeden Monat Hunderte Unternehmen befragt, haben die deutschen Industriebetriebe im Januar ihre Verkaufspreise weiter reduziert.

Trotz des lahmen Welthandels rechnet der DIHK in diesem Jahr mit einem robusten Exportwachstum. Unter Herausrechnung von Preisschwankungen werden die deutschen Ausfuhren demnach real mit vier Prozent genauso stark zulegen wie 2012.

Im Gesamtjahr 2012 stiegen die Exportpreise um 1,7 Prozent, nachdem es 2011 noch ein Plus von 3,7 Prozent und 2010 von 3,4 Prozent gegeben hatte. Die Importe nach Deutschland verteuern sich unterdessen stärker, weil vor allem Öl und andere Rohstoffe viel mehr kosten. So zogen die Einfuhrpreise 2012 um 2,1 Prozent an. 2011 waren es noch acht Prozent.