Aufseher nehmen Österreichs Banken wegen Euribor unter die Lupe

Dienstag, 29. Januar 2013, 16:09 Uhr
 

Wien (Reuters) - Wie die deutsche BaFin nimmt auch die österreichische Finanzaufsicht FMA Banken im Skandal um Zinsmanipulation unter die Lupe.

Die Behörde habe bereits im vergangenen Sommer mit Erhebungen bei den beiden Instituten Raiffeisen Bank International und Erste Group begonnen, sagte ein FMA-Sprecher am Dienstag. "Wir haben bei unseren bisherigen Erhebungen kein Indiz gefunden, das darauf hindeutet, dass es hier zu Fehlverhalten österreichischer Banken gekommen ist." Allerdings sei die Untersuchung noch nicht abgeschlossen.

Die Bafin hat wegen des Skandals bei einigen deutschen Banken sogar eine Sonderprüfung begonnen, bei der sie eigene Prüfer oder externe Gutachter in die Geldhäuser schickt, um sich ein Bild der Lage zu machen. Weltweit stehen mehr als ein Dutzend Banken im Verdacht, Zinssätze zu ihren Gunsten manipuliert zu haben.

Ähnlich wie beim Libor, der im Zentrum des Manipulationsskandals steht, beruht der Euribor auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. Sie melden einmal täglich die Zinsen, zu denen sie sich untereinander Geld leihen. Auf dieser Basis wird dann der Euribor-Referenzzins ermittelt, an dem sich die Preise für viele Finanzprodukte wie Hypotheken oder Tagesgeld orientieren.

Aus Österreich waren lediglich die RBI und die Erste in dem Gremium der Banken, die an der Euribor-Festsetzung mitwirken. Während die RBI die Gruppe bereits verlassen hat, will die Erste bis Ende Februar eine entsprechende Entscheidung treffen, sagte eine Sprecherin.

Eine RBI-Sprecherin sagte, die Bank habe bei ihrer eigenen Untersuchung keine Hinweise darauf gefunden, dass der Euribor manipuliert wurde. "Wir erwarten daher auch keine regulatorischen Maßnahmen gegen die RBI."