Japans Regierungschef verteidigt lockere Geldpolitik

Mittwoch, 30. Januar 2013, 09:31 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat die von ihm durchgesetzte lockere Geldpolitik gegen internationale Warnungen vor einem Währungskrieg verteidigt.

"Die Maßnahmen der Regierung und der Notenbank zielen darauf ab, die Deflation zu bekämpfen und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erreichen", sagte Abe am Mittwoch im Parlament. Ein Abgeordneter der Opposition hatte den Regierungschef auf die internationale Kritik an seinem Kurs angesprochen. Es war das erste Mal, dass Abe öffentlich darauf einging.

Er machte erneut Druck auf die Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. "Ich hoffe sehr, dass die Notenbank mit einer mutigen Lockerung fortfährt", sagte Abe. Gleichzeitig drohte er damit, mehr Einfluss auf die eigentlich unabhängige Notenbank auszuüben. "Ich erwäge immer noch, das Notenbankgesetz zu ändern."

BESORGTE KANZLERIN

Bundeskanzlerin Angela Merkel, EZB-Direktor Jörg Asmussen sowie Südkorea und andere Länder hatten sich besorgt über die Politik des neuen Ministerpräsidenten geäußert. Die Notenbank hatte unter massivem Druck der Regierung eine enorme Aufstockung ihrer Käufe von japanischen Staatsanleihen angekündigt. Wegen der sich abzeichnenden Geldschwemme hat der Yen im Vergleich zum Euro seit November mehr als 15 Prozent an Wert verloren. Das verschafft den japanischen Exporteuren Vorteile im internationalen Wettbewerb, weil es ihre Waren im Ausland verbilligt. Experten befürchten, dass sich dies zu einem Währungskrieg hochschaukeln könnte, wenn auch andere Staaten ihre Geldpolitik lockern und so ihre Währung abwerten.