Deutsche Tarifverdienste steigen 2012 um 2,7 Prozent

Mittwoch, 30. Januar 2013, 09:32 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Löhne deutscher Arbeitnehmer sind 2012 so stark gestiegen wie seit drei Jahren nicht mehr.

Die monatlichen Tarifverdienste erhöhten sich im Schnitt um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Ein größeres Plus gab es zuletzt 2009 mit 2,8 Prozent. 2011 wuchsen die Löhne um 1,5 Prozent, 2010 um 1,6 Prozent.

Die Statistiker erklärten den deutlichen Anstieg damit, dass die Tarife entweder im Jahresverlauf oder in den beiden Boomjahren zuvor abgeschlossen wurden. "Die Ergebnisse aus den Jahren 2010 und 2011 beruhten dagegen zum Teil noch auf Verträgen, die mitten in der Wirtschaftskrise verhandelt worden waren", hieß es. "Diese sahen entsprechend niedrige Tarifsteigerungen vor."

FORDERUNGEN BIS ZU 6,6 PROZENT

In der Lohnrunde 2013 stehen Gespräche in Schlüsselbereichen an wie der Metall- und Elektroindustrie, am Bau und im öffentlichen Dienst der Länder. Die bisherigen Tarifforderungen der Gewerkschaften bewegen sich zwischen 5,0 und 6,6 Prozent.

In den einzelnen Branchen entwickelten sich die tariflichen Monatsverdienste im vergangenen Jahr sehr unterschiedlich. Die größte Steigerung erhielten die Beschäftigten in den Bereichen Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung, im Öffentlichen Dienst sowie in Erziehung und Unterricht mit jeweils 3,0 Prozent. Am kleinsten fielen das Plus im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (jeweils 2,1 Prozent) und bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (1,8 Prozent) aus. Im Verarbeitenden Gewerbe - zu dem die Metall- und Chemieindustrie gehören - stiegen die Tarifverdienste um 2,8 Prozent.