Spanien rutscht noch tiefer in die Rezession

Mittwoch, 30. Januar 2013, 14:03 Uhr
 

Madrid (Reuters) - Die spanische Wirtschaft ist wegen staatlicher Sparmaßnahmen und hoher Arbeitslosigkeit noch tiefer in die Rezession gerutscht.

Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vierten Quartal 2012 um 0,7 Prozent und damit so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Ministerpräsident Mariano Rajoy kündigte im Parlament ein Konjunkturpaket an, mit dem die schwere Wirtschaftskrise bekämpft werden soll.

Der Sparzwang des Staates und vieler Verbraucher habe die Konjunktur belastet, teilte die Statistikbehörde am Mittwoch in Madrid mit. Dadurch brach die Wirtschaftsleistung mehr als doppelt so stark ein wie im dritten Quartal mit 0,3 Prozent. Sowohl die Notenbank als auch die von Reuters befragten Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,6 Prozent erwartet. Die Regierung geht davon aus, dass die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone am Jahresende wieder wachsen wird. Viele Experten sind nicht so optimistisch. "Die Aussichten für 2013 und 2014 sind nicht besser", sagte Raj Badiani von IHS Global Insight. "Im ersten Quartal dürfte die Wirtschaft ähnlich stark schrumpfen."

HILFE FÜR JUNGUNTERNEHMER

Größtes Hindernis für eine Erholung ist die hohe Arbeitslosigkeit. Jeder vierte Spanier hat keinen Job. Um das zu ändern, will Ministerpräsident Rajoy schon bald ein Konjunkturpaket schnüren. In Kürze werde es ein neues Bündel von Maßnahmen geben, sagte er. Geplant sind beispielsweise Steuererleichterungen für junge Unternehmensgründer.

Spanien kämpft noch immer mit den Auswirkungen einer Immobilienblase, die in der Finanzkrise platzte. Die Regierung versucht, das Haushaltsdefizit mit Sparprogrammen zu senken. Seit der Ankündigung der Europäischen Zentralbank, notfalls Staatsanleihen von kriselnden Staaten in unbegrenzter Höhe zu kaufen, sind die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen deutlich zurückgegangen. Die niedrigeren Zinskosten erleichtern die Sanierung des Staatshaushalts.