EZB-Direktor Coeure drückt bei Bankenunion aufs Tempo

Donnerstag, 7. Februar 2013, 10:04 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Das französische EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure mahnt bei der Gestaltung der europäischen Bankenunion zur Eile.

Vor allem der geplante Abwicklungsmechanismus für strauchelnde Banken müsse schnellstmöglich aufgebaut werden, damit in Zukunft verhindert werden könne, dass Steuerzahler für einzelne Banken haften. "Es ist essenziell, dass über dieses zweite Element der Bankenunion in diesem Jahr eine Einigung erzielt wird", schrieb Coeure in einem am Donnerstag veröffentlichten Gastbeitrag für das "Handelsblatt".

Bislang ist noch unklar, wie der Abwicklungsmechanismus aussehen und auf welches Geld er bei einer Rekapitalisierung einer Bank zurückgreifen soll. Ein Vorschlag sieht vor, dass zuerst die Gläubiger der Bank haften, dann die nationale Ebene und erst danach, wenn diese finanziell überfordert ist, der europäische Steuerzahler über den Rettungsfonds ESM. Dieser Vorschlag wird unter anderem von Coeures Direktoriumskollegen Jörg Asmussen favorisiert.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) ist es von großer Bedeutung, dass die Bankenunion zwei tragfähige Säulen bekommt, da die erste Säule - die Bankenaufsicht - ab kommendem Jahr unter ihrem Dach arbeiten wird. Damit diese Aufsicht aber kein zahnloser Tiger wird, muss sie Geldhäuser auch abwickeln und schließen können. Dafür braucht sie einen gut funktionierenden Abwicklungs- und Restrukturierungsmechanismus.