Spanien bezahlt Korruptionsskandal mit höheren Zinsen

Donnerstag, 7. Februar 2013, 17:38 Uhr
 

Madrid (Reuters) - Der Korruptionsskandal und die anhaltende Rezession haben es für Spanien wieder teurer gemacht, sich Geld von Investoren zu leihen.

Das Land sammelte am Donnerstag mit der Ausgabe von drei Anleihen insgesamt 4,6 Milliarden Euro ein, musste dafür aber eine höhere Verzinsung anbieten als noch zuletzt. Die Kosten für die Aufnahme von Schulden blieben aber dennoch weit von den Höchstständen während der Schuldenkrise entfernt.

Ministerpräsident Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen bekommen zu haben. Er weist jedoch jegliches Fehlverhalten zurück. Die politischen Turbulenzen lassen einige Investoren befürchten, dass Spanien von seinem Spar- und Reformkurs abkommen könnte.

Die Nachfrage war gut und reichte aus, um das geplante Volumen am Markt unterzubringen. Angesichts der Probleme des Landes sei die Emission gut gelaufen, sagte der Marktexperte Nicholas Spiro. Allerdings zeige sich nach Monaten mit sinkenden Zinslasten für die Bonds wieder eine Steigerung. Auch Frankreich musste für eine lang laufende Anleihe höhere Zinsen zahlen.

Spanien platzierte unter anderem einen knapp zwei Milliarden Euro schweren Bond, der 2015 zurückgezahlt werden muss. Hier stieg die Verzinsung auf 2,82 Prozent. Bei der letzten vergleichbaren Emission im Januar waren es nur 2,47 Prozent gewesen. Auch bei den anderen Anleihen, die bis 2018 beziehungsweise 2029 laufen, musste Spanien den Anlegern mehr bieten. Auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise musste Spanien - eines der Sorgenkinder in Europa mit schrumpfender Wirtschaftsleistung und einer Arbeitslosenquote oberhalb von 25 Prozent - Anleger mit mehr als sieben Prozent locken.