Zahl der Firmenpleiten fällt kräftig

Freitag, 8. Februar 2013, 13:40 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Trotz der schwächelnden Konjunktur gehen deutlich weniger Unternehmen den Weg zum Insolvenzrichter.

Die Zahl der Firmenpleiten sank im November um 7,5 Prozent auf 2211, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit zeichnet sich für das Gesamtjahr der dritte Rückgang in Folge ab: Für 2012 rechnen die Statistiker mit 29.000 Insolvenzen, das sind so wenige wie zuletzt 2007 vor Ausbruch der Finanzkrise. Und trotz der Konjunkturflaute zum Jahresende 2012 ist kein kräftiger Anstieg in Sicht. "Ich gehe im Großen und Ganzen von einer Stagnation der Unternehmensinsolvenzen aus", sagte ein Sprecher der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Denn die Aussichten für die Wirtschaft haben sich zuletzt aufgehellt, der wichtige Ifo-Index etwa stieg im Januar den dritten Monat in Folge und signalisiert damit eine Wende zum Besseren. Auch die Euro-Krise hat sich deutlich entspannt. "Es könnte sein, dass die Zahl der Insolvenzen geringer ausfällt als die 30.500, die wir zuletzt für 2013 vorhergesagt haben", sagte der Creditreform-Sprecher.

Besonders gefährdet seien weiterhin Firmen aus der Solarbranche oder auch Druckmaschinenhersteller, sagte der Experte. Nach der Kürzung der Einspeisevergütung für Sonnenstrom mussten bereits zahlreiche Firmen der Branche den Gang zum Amtsrichter antreten. Zu den spektakulärsten Pleiten im November zählt die Insolvenz der "Frankfurter Rundschau".

Von Januar bis November meldeten sich den Statistikern zufolge 26.419 Firmen bei den Amtsgerichten als überschuldet oder zahlungsunfähig, das sind 4,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging um 3,9 Prozent auf 91.337 zurück. Ein Grund für die rückläufigen Insolvenzen sei auch die gute Lage am Arbeitsmarkt, sagte der Creditreform-Sprecher: Ein fester Job halte viele Menschen davon ab, sich selbstständig zu machen. Besonders insolvenzgefährdet seien aber gerade junge Unternehmen. "Die Kehrseite der Stabilisierung bei den Insolvenzen sind die rückläufigen Unternehmensgründungen", sagte der Creditreform-Sprecher.