Notenbankchef warnt Italiener - Märkte haben uns fest im Visier

Samstag, 9. Februar 2013, 14:37 Uhr
 

Rom (Reuters) - Zwei Wochen vor den Parlamentswahlen in Italien hat Notenbankchef Ignazio Visco vor nachlassendem Reformeifer gewarnt.

Die internationalen Finanzmärkte hätten das Land weiter fest im Blick, sagte Visco am Samstag laut Redetext auf einer Konferenz in Bergamo. Die Investoren schauten genau darauf, ob die Kontrolle der öffentlichen Haushalte beibehalten und die Strukturreformen zur Überwindung der chronischen Wirtschaftsschwäche vorangetrieben werden. "Italien darf in seiner Wachsamkeit nicht nachlassen", mahnte Visco, der dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) angehört. Die wiederholten Spannungen an den Märkten zeigten, in welch fragiler Situation sich das Land befinde. Als vorrangige Ziele nannte der Notenbank-Chef eine Verbesserung der Produktivität, eine Stärkung der Investitionen und mehr Effizienz im öffentlichen Dienst.

Am 24. und 25. Februar wird in Italien gewählt. Umfragen zufolge liegt das Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani vorn. Bersani ist demnach aber wahrscheinlich auf die Mitarbeit des derzeitigen Ministerpräsidenten Mario Monti angewiesen. Für Verunsicherung an den Märkten sorgte zuletzt, dass das Mitte-Rechts-Bündnis des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi aufgeholt hat. Der Milliardär will im Falle eines Wahlsieges die Steuern senken. Bersanis Demokratische Partei ist durch einen Spekulationsskandal bei der Banca Monte dei Paschi beschädigt.