EZB tritt Sorgen vor Währungskrieg entgegen

Donnerstag, 14. Februar 2013, 07:40 Uhr
 

Wien (Reuters) - Die EZB ist erneut Sorgen vor einem Abwertungswettlauf der führenden Wirtschaftsräume entgegengetreten.

Es gebe keinen Grund von einem Währungskrieg zu sprechen, sagte das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny den "Salzburger Nachrichten" (Donnerstagausgabe) auf die Frage nach dem Kursanstieg des Euro. Die Wechselkurse bewegten sich innerhalb ihrer historischen Spannen. Derzeit sehe er keinen Handlungsbedarf. Sollte sich die Entwicklung aber verschärfen, müsse dies angesprochen werden. Auch EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Dienstag erklärt, dass er es für übertrieben halte, von einem Währungskrieg zu sprechen.

Aus Sorge vor einem globalen Abwertungswettlauf mehrten sich vor dem anstehenden Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) die Forderungen nach einem breiteren Schulterschluss in der Währungspolitik. So warnte etwa die Weltbank vor einem heraufziehenden Währungskrieg. Deutschland hofft, dass sich nach den sieben führenden Industrienationen (G7) nun auch die G20 zu freien und somit politisch nicht gesteuerten Wechselkursen bekennen. Im Fokus der Diskussion steht vor allem Japan, wo auf politischen Druck hin die Notenbank die Geldschleusen öffnete und eine Talfahrt des Yen anschob, die die Exporte beflügelt. Nun herrscht die Sorge, dass andere Staaten nachziehen und einen Währungskrieg entfachen.