EZB - Gerede über Währungskrieg kann Euro schaden

Donnerstag, 14. Februar 2013, 17:00 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Angesichts der Debatte über einen Abwertungswettlauf hat die EZB vor überzogener Rhetorik zum Schaden des Euro gewarnt.

Wer das Wort Währungskrieg in den Mund nehme, beschwöre damit womöglich noch "etwas Schlimmeres" herauf, mahnte EZB-Vizechef Vitor Constancio am Donnerstag in Brüssel: "Der Eurokurs ist Schwankungen unterworfen. Die Situation ist so, wie sie ist." Die Äußerung zur Entwicklung des Euro aus dem Mund eines EZB-Bankers lässt aufhorchen, da sich die Zentralbank zumeist nicht zu Wechselkursbewegungen äußert. Constancio betonte, die Europäische Zentralbank (EZB) schaue auf den Wechselkurs, da er Einfluss auf die Inflationsrate habe.

Die Debatte über einen Abwertungswettlauf hat an Fahrt gewonnen, da Japan mit einer Geldschwemme eine Talfahrt seiner Landeswährung angeschoben und damit die Wettbewerbschancen seiner Firmen im Ausland verbessert hatte. Die Weltbank und auch die russische Zentralbank hatten mit Blick auf die Gefahr, dass andere Staaten nachziehen, vor einem heraufziehenden Währungskrieg gewarnt. Unter dem Eindruck dieser Entwicklung haben sich die sieben führenden Wirtschaftsnationen, zu denen auch Japan gehört, zu freien Wechselkurse bekannt. Bei den am Freitag beginnenden Treffen der großen Industrie- und Schwellenländer G20 in Moskau soll das Thema Währungsdumping ebenfalls zur Sprache kommen.