Deutsches Gastgewerbe mit drittem Wachstumsjahr in Folge

Freitag, 15. Februar 2013, 12:24 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Hotels, Restaurants und Kantinen haben ihren Umsatz 2012 das dritte Jahr in Folge gesteigert, aber wegen eines schwachen Weihnachtsgeschäfts die eigenen Ziele verpasst.

Das Gastgewerbe nahm rund 66,7 Milliarden Euro ein und damit 2,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie der Branchenverbandes Dehoga am Freitag mitteilte. "Gastronomie und Hotellerie profitieren von der stabilen Binnennachfrage und dem starken Deutschlandtourismus", sagte Dehoga-Präsident Ernst Fischer. Er sprach von einem zufriedenstellenden Jahr, obwohl der Verband ein Plus von bis zu drei Prozent angepeilt hatte. "Wir sind positiv gestimmt, dass die gute Entwicklung anhalten wird."

Für dieses Jahr gibt sich der Verband vorsichtig optimistisch und setzt auf 1,8 Prozent mehr Umsatz. Es wäre ein deutlicher Rückgang zum Boomjahr 2011, als die Branche noch um 3,9 Prozent zugelegt hatte.

HOTELIERS PROFITIEREN VON ÜBERNACHTUNGSREKORD

Gut läuft es vor allem in der Hotellerie, die vom Städtetourismus profitiert und ihren Umsatz um 3,1 Prozent steigerte. Die gesamten Übernachtungen kletterten im vorigen Jahr um vier Prozent auf den Rekordwert von 407 Millionen. Die Zahl der ausländische Gäste stieg sogar um acht Prozent.

Ebenfalls ein Umsatzplus von 3,1 Prozent verbuchten die Caterer und sonstigen Verpflegungsdienstleister, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Sorgenkind bleibt die Gastronomie, die nur ein Umsatzplus von 1,6 Prozent schaffte. Nach Abzug von Preissteigerungen sanken die Erlöse hier sogar real um 0,5 Prozent.

Ein besseres Abschneiden im Gesamtjahr verhinderte ein vergleichsweise mageres Weihnachtsgeschäft. "Der Dezember war überraschend schwach", sagte ein Dehoga-Sprecher. Der Umsatz legte um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Während es in der Hotelbranche Zuwächse gab, hatten die Gastronomen weniger in den Kassen.

Das Gastgewerbe sieht sich laut Fischer als Jobmotor des Mittelstandes. Denn die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei in der Branche vom November 2011 zum November 2012 um 30.000 oder 3,5 Prozent gestiegen. In der Gesamtwirtschaft habe es nur ein Plus von 1,3 Prozent gegeben. Ungeachtet der Konjunkturflaute äußerte sich Fischer zuversichtlich: "Trotz der wirtschaftlichen Krisenmeldungen lassen sich die Menschen die Lust am Ausgehen und am Urlaub nicht vermiesen."