EZB pocht auf Maßnahmen gegen Geldwäsche auf Zypern

Montag, 18. Februar 2013, 07:59 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der von einer Staatspleite bedrohte Inselstaat Zypern muss nach Ansicht von EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen belegen, dass die Standards gegen Geldwäsche angewendet werden.

Dies sei eine Bedingung für die Gewährung von Finanzhilfen, sagte Asmussen am Sonntag in der ARD. Zu der Weigerung der zyprischen Regierung, die Einhaltung dieser Standards von einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersuchen zu lassen, sagte der EZB-Direktor: "Das ist eine der Vorbedingungen, die Zypern erfüllen muss."

Er sei hoffnungsvoll, dass eine neue zyprische Regierung die Überprüfungen zulassen werde. Auf Zypern wurde an diesem Sonntag gewählt. Der rechtskonservative Kandidat Nikos Anastasiades erzielte eine deutliche Mehrheit. Nach Auszählung aller Stimmen kam er auf 45,4 Prozent. Damit wird eine Stichwahl um das Amt des Präsidenten am 24. Februar notwendig. So muss der 66-jährige Anwalt am nächsten Sonntag noch einmal gegen den Kandidaten der Kommunisten, Stavros Malas, antreten. Auf den Wahlsieger kommt die Aufgabe zu, mit den Geldgebern von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die Bedingungen für ein milliardenschweres Hilfspaket auszuhandeln.

Asmussen forderte zudem ein Anpassungsprogramm für Zypern. Der Bankensektor des Landes, der sieben bis acht Mal der Größe des Landes entspräche, müsse geordnet verkleinert werden. Dem eigentlich wirtschaftlich unbedeutenden Zypern müsse geholfen werden, weil es systemrelevant sei, forderte Asmussen. Im Falle einer Pleite des Inselstaates seien negative Auswirkungen auf Griechenland zu befürchten. Das müsse vermieden werden. Zu europaweiten Entwicklung in der Eurokrise erklärte Asmussen: "Wir stehen besser da also vor zwölf Monaten."

 
Cyprus' presidential race's forerunner and president of the right-wing Democratic Rally party Nicos Anastasiades looks on before the meeting of European People's Party (EPP) summit in the Cypriot town of Limassol January 11, 2013. REUTERS/Jamal Saidi