Bundesbank: Investitionsfreude und Wachstum kehren bald zurück

Montag, 18. Februar 2013, 15:26 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesbank rechnet nach der Winterdelle mit einer raschen Rückkehr von Wachstum und Investitionsfreude in Deutschland.

"Die Konjunkturerwartungen in der deutschen Wirtschaft haben sich in den vergangenen drei Monaten recht zügig und in einem bemerkenswerten Ausmaß erholt", schrieb sie am Montag in ihrem Monatsbericht. Zu dem "markanten Stimmungsumschwung" habe die verminderte Unsicherheit im Euro-Raum beigetragen. Demnach haben sich die Chancen erhöht, dass sich "der auffällige Investitionsattentismus" schrittweise löse. Für das erste Quartal erwartet die Bundesbank daher wieder Wachstum, nachdem das Bruttoinlandsprodukt am Jahresende mit 0,6 Prozent so stark eingebrochen war wie seit Anfang 2009 nicht mehr.

Hierfür spreche, dass es in der Industrie zu einer Gegenbewegung als Reaktion auf die beträchtlichen Produktionskürzungen zum Jahresende 2012 kommen dürfte. Für den weiteren Verlauf des Jahres zeichne sich eine allmähliche konjunkturelle Belebung ab, ohne dass jedoch aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld "eine Initialzündung für einen sehr kräftigen Nachfrageschub" erwartet werden sollte.

Bereits am Wochenende hatte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann nach einem Treffen der G20-Finanzminister und -Notenbankchefs erklärt, er erwartet eine baldige Rückkehr zum Wachstum. Viele Experten rechnen bislang mit einem leichten Wachstum im ersten Quartal.

BUNDESBANK VERANSCHLAGT STAATSDEFIZIT von 0,5 PROZENT

Da die Wirtschaft aber voraussichtlich nur schrittweise wieder Tritt fasst, wird der Staat laut Bundesbankprognose dieses Jahr wieder ein Defizit verkraften müssen. 2012 hatte der Gesamtstaat erstmals seit fünf Jahren wieder einen Überschuss erzielt - er lag bei 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Für 2013 veranschlagt die deutsche Zentralbank ein Defizit "in der Größenordnung von 0,5 Prozent des BIP". "Infolge der konjunkturellen Verlangsamung dürfte sich der 2012 noch positive Konjunktureinfluss zurückbilden und damit das noch vorhandene strukturelle Defizit zutage treten", heißt es weiter. Im Vorjahrsvergleich bleibe das strukturelle Defizit - das vom konjunkturellen Auf und Ab unbeeinflusst ist - weitgehend unverändert. Die Schuldenquote dürfte hingegen nach Vorhersage der Bundesbank abnehmen. Dazu müsse aber wie erwartet die Tilgung von Verbindlichkeiten bei den staatlichen "Bad Banks" stärker ins Gewicht fallen als neue Belastungen im Zusammenhang mit der Stabilisierung der Europäischen Währungsunion und der Stützung deutscher Finanzinstitute.