Portugal rechnet mit mehr Zeit für Defizitabbau

Mittwoch, 20. Februar 2013, 17:51 Uhr
 

Lissabon (Reuters) - Portugal kommt wegen der schweren Wirtschaftskrise bei der Sanierung seiner Staatsfinanzen nicht wie geplant voran.

Die EU-Kommission dürfte "einen Aufschub von einem Jahr einräumen, um das übermäßige Haushaltsdefizit zu korrigieren", sagte Finanzminister Vito Gaspar am Mittwoch im Parlament in Lissabon. Portugal muss seine Neuverschuldung in diesem Jahr eigentlich auf 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes drücken. 2014 soll es auf 2,5 Prozent fallen und damit wieder unter der EU-Obergrenze von drei Prozent liegen. Diesen Zielen hatte Portugal zugestimmt im Gegenzug zu dem Rettungspaket von 78 Milliarden Euro, mit dem das Land vor der Staatspleite bewahrt wurde.

Das Land steckt wegen der harten Sparmaßnahmen in der schwersten Rezession seit den 1970er Jahren. Die Notenbank geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 1,9 Prozent schrumpfen wird, nachdem es 2012 sogar um 3,2 Prozent nach unten gegangen war. Die Arbeitslosigkeit ist mit knapp 17 Prozent so hoch wie noch nie. Gleichzeitig wurden weitere Steuererhöhungen angekündigt, die den privaten Konsum belasten dürften. "Bekommt Portugal ein Jahr mehr Zeit, könnte eine Rezessionsspirale verhindert und im kommenden Jahr wieder Wachstum geschafft werden", sagte Ökonomin Paula Carvalho von Banco BPI.