Sparkassen fordern Freigrenze bei Finanzmarktsteuer

Mittwoch, 20. Februar 2013, 17:52 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Die Sparkassen fordern zur Entlastung von Kleinanlegern bei der geplanten Finanzmarktsteuer einen Freibetrag.

Nach dem jetzt vorliegenden Gesetzentwurf sei es möglich, dass der Wertpapierkauf eines Kleinanlegers sogar mehrfach besteuert werden könne, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, am Mittwoch in Brüssel. Dies könne vor allem Verbünde wie die Sparkassen treffen, wenn der Kunde den Auftrag seiner Sparkasse erteile, diese die Order an den verbundeigenen Fondsdienstleister Deka-Bank weitergebe, und die Deka noch einen dritten Anbieter einschalte. Hier müsse es eine Ausnahmeregel für Finanzverbünde geben, damit die Steuer nur einmal erhoben werde.

Elf der 27 EU-Staaten wollen 2014 eine Steuer auf Finanzmarktgeschäfte einführen, um Banken an den Kosten der Finanzkrise zu beteiligen. Der Steuersatz soll 0,1 Prozent auf das Handelsvolumen mit Aktien, Anleihen und Anteilen von Investmentfonds oder Geldmarktgeschäften betragen. Auf Termingeschäfte werden demnach 0,01 Prozent erhoben. Die Sparkassen treffen mit ihrer Forderung auf Zuspruch. FDP-Politiker hatten gefordert, Kleinsparer und Rentner von der Steuer zu verschonen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will bei den Verhandlungen über das Gesetz dafür sorgen, dass sich die Steuer nicht negativ auf Ersparnisse und die Altersvorsorge auswirkt. Deutschland hatte die Einführung der Steuer mit Frankreich vorangetrieben.