EXKLUSIV: Umstrittener Ökonom soll russische Notenbank führen

Donnerstag, 21. Februar 2013, 17:57 Uhr
 

Moskau (Reuters) - Der umstrittene Ökonom und frühere Präsidentschaftskandidat Sergej Glasjew hat Kreisen zufolge gute Chancen auf den Chefposten der russischen Zentralbank.

Der frühere Kreml-Berater gilt als Favorit für die Nachfolge des im Juni nach elfjähriger Amtszeit ausscheidenden Sergej Ignatjew. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von mehreren Insidern. Glasjew hatte den Westen einst beschuldigt, Russland zu seiner wirtschaftlichen Kolonie machen zu wollen.

Sowohl Präsident Wladimir Putin als auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew favorisieren demnach den 53-jährigen. "Glasjew ist im Gespräch, weil die anderen Kandidaten weder Putin noch Medwedew passen", sagte einer der Insider. Zwei weitere Kenner bestätigten dies.

Glasjew ist für seine unorthodoxen Auffassungen bekannt. Erst im Januar warnte er Putin, dass durch die Ausgabe von Staatsanleihen in Fremdwährungen "die Gefahr steigt, dass russisches Vermögen durch ausländisches Kapital übernommen werden kann".