Presse: Schäuble muss mit niedrigerem Bundesbank-Gewinn rechnen

Montag, 25. Februar 2013, 11:58 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble muss sich laut einem Pressebericht auf einen unerwartet niedrigen Bundesbankgewinn einstellen.

Die deutsche Zentralbank werde 2013 weniger als eine Milliarde Euro an das Finanzministerium überweisen, meldete die "Bild"-Zeitung am Montag unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Bislang hatte Schäuble mit 1,5 Milliarden Euro kalkuliert. Grund für die niedriger als erwartet ausfallende Überweisung sei, dass die Bundesbank wegen der Euro-Krise mehr Geld auf die hohe Kante legen müsse. Die Bundesbank sowie das Finanzministerium wollten den Bericht nicht kommentieren.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hatte trotz gestiegener Zinseinnahmen aus ihren in der Schuldenkrise gestarteten Wertpapier-Programmen mehr als die Hälfte ihres Jahresüberschusses von 2,16 Milliarden Euro in die Risikovorsorge gesteckt: Übrig blieb ein Reingewinn von 998 Millionen, der an die Bundesbank und die übrigen Zentralbanken der Euroländer ausgeschüttet wird. Insgesamt 1,108 Milliarden Euro ihres Gewinns flossen der EZB aus ihrem Anleihenankaufprogramm (SMP) zu, wobei der Löwenanteil auf Zinserträge griechischer Staatstitel entfiel.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte bereits im Herbst darauf hingewiesen, dass die Einnahmen aus Beständen griechischer Staatsanleihen zunächst die Gewinn- und Verlustrechnung der Bundesbank durchlaufen müssten. Es sei eine angemessene Vorsorge für die Risiken in der Bilanz zu berücksichtigen, sagte Weidmann. Üblicherweise wird der Bundesbank-Gewinn Mitte März veröffentlicht.