Italiener kaufen weniger deutsche Produkte

Dienstag, 26. Februar 2013, 10:03 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der harte Sparkurs in Italien hinterlässt seine Spuren im deutschen Außenhandel.

Der Staat im Süden Europas ist zwar weiterhin der sechstgrößte Handelspartner Deutschlands, der Umsatz sank aber um 4,3 Prozent und damit stärker als in den anderen bedeutenden Partnerländern, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Grund ist die geringere Nachfrage nach Produkten "Made in Germany", die Ausfuhren nach Italien gaben um fast zehn Prozent nach. Dafür waren italienische Produkte stärker in Deutschland gefragt.

Die Italiener straften bei der Parlamentswahl Ministerpräsident Mario Monti für seinen harten Sparkurs ab, mit dem dieser die Kreditwürdigkeit des Landes sichern wollte. Mit einer massiven Protestwahl gegen Wirtschaftsmisere und Korruption führten sie das Land jedoch an den Rand der Unregierbarkeit. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone erzielte kein Lager eine regierungsfähige Mehrheit. Italien steckt seit Jahren in der Wirtschaftskrise.

Besser lief es für die deutschen Unternehmen in den USA: Die weltweit größte Volkswirtschaft kaufte 17,7 Prozent mehr in Deutschland ein, vor allem die Autokonzerne jubelten über gute Geschäfte. Damit konnte der viertwichtigste Handelspartner USA wieder etwas Boden gegenüber der Nummer drei China gutmachen, wo die Außenhandelsumsätze mit deutschen Unternehmen leicht sanken. An zweiter Stelle der bedeutendsten Partnerländer stehen die Niederlande, die vom wichtigen Nordsee-Hafen Rotterdam profitieren und deswegen Umschlagsplatz für deutsche Güter sind. Wichtigster Handelspartner ist wie schon seit 1975 Frankreich.