Japan nominiert Fan laxer Geldpolitik als Notenbankchef

Donnerstag, 28. Februar 2013, 17:11 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Japans Regierung will mit einem prominenten Anhänger einer laxen Geldpolitik als Notenbankchef den Kampf gegen die Wirtschaftskrise forcieren.

Sie nominierte am Donnerstag den Chef der Asiatischen Entwicklungsbank, Haruhiko Kuroda, der geldpolitisch auf einer Linie mit Regierungschef Shinzo Abe liegt. Beide wollen die Notenpresse schneller rotieren lassen, um die Spirale aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen zu durchbrechen. In dieser Deflationsfalle ist Japan seit langem gefangen. Mit Kikuo Iwata wurde ein weiterer Freund lockerer Geldpolitik zum Stellvertreter Kurodas nominiert. Die Personalien müssen nun von beiden Kammern des Parlaments abgenickt werden. Da Abe im Oberhaus die nötige Mehrheit fehlt, ist er auf Stimmen der Opposition angewiesen.

Die Nachfolge an der Spitze der Notenbank wird nötig, da der geldpolitisch relativ gemäßigt agierende Zentralbankchef Masaaki Shirakawa am 19. März abtritt. Abe hatte angekündigt, einen Nachfolger auszuwählen, der die lockere Geldpolitik noch "beherzter" angeht. Kuroda dürfte dafür der richtige Mann sein. Er will, dass die Zentralbank massiv langlaufende Staatsanleihen kauft und aktiv den Yen schwächt. Unter dem Druck der Regierung hat die Notenbank ihr Inflationsziel bereits auf zwei von einem Prozent nach oben gesetzt. Ab nächstem Jahr will sie zudem unbegrenzt Anleihen aufkaufen. Womöglich werde Kuroda diese geplante Geldschwemme vorziehen, meinen Experten. Auch die Wertpapier-Käufe könnten ausgeweitet werden.

Mit der Geldschwemme hat Japan eine Talfahrt der Landeswährung Yen angeschoben, die dem Land international Handelsvorteile verschafft. Dies hat die Furcht vor einem Abwertungswettlauf der großen Währungen genährt. Dennoch dürfte Kuroda die Geldschleusen noch weiter öffnen, um die Konjunktur anzukurbeln: "Die neue Führung der Notenbank wird die Staatsanleihenkäufe forcieren müssen und auch mehr länger laufende Staatsanleihen aufkaufen", meint Ökonom Masayuki Kichikawa von der Bank of America Merrill Lynch.