Glos: Auswirkungen des hohen Ölpreises auf Wirtschaft gedämpft
Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft wird durch den hohen Ölpreis nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nicht wesentlich belastet.
"Volkswirtschaftlich sieht die Bilanz besser aus als beim einzelnen Arbeitnehmer im Portemonnaie", sagte Glos dem Berliner "Tagesspiegel" vom Dienstag. Zwei Faktoren dämpften die Negativwirkung des hohen Ölpreises: der schwache Dollar, in dem Öl abgerechnet wird, sowie die hohe Kaufkraft der Ölländer. Die deutsche Industrie sei ein bevorzugter Lieferant gerade dieser Länder.
Zum hohen Ölpreis tragen nach den Worten von Glos in starker Weise Spekulanten bei. Daher lasse sich nicht sagen, wie lange der Ölpreis in Regionen um die 125 Dollar je Barrel bleibe. Der Minister räumte ein, dass die Regierung in ihrer Wachstumsprognose mit 105 Dollar je Barrel einen deutlich geringeren Preis zugrunde gelegt habe. Das leichte US-Öl der Sorte WTI notierte am Dienstag bei gut 123 Dollar je Barrel.
Auch nach den Preissprüngen beim Benzin an den deutschen Tankstellen zu Pfingsten sieht Glos weiterhin keinen Ansatzpunkt, gegen die Mineralölkonzerne vorzugehen. "Das Bundeskartellamt hat solche Preiserhöhungen wieder und wieder geprüft und bislang keinen Anlass gefunden, aus kartellrechtlichen Gründen zu intervenieren", sagte er. Das Problem müsse aber im Blick behalten werden. Für ihn sei die erste Folgerung aus den hohen Sprit-Preisen, umgehend wieder die volle Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer einzuführen, bekräftigte Glos.
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