Regierung sieht kein Mittel gegen Inflation auf nationaler Ebene

Freitag, 4. Juli 2008, 13:31 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung sieht trotz zunehmender Ängste der Deutschen vor der Inflation auf nationaler Ebene keine Handhabe gegen die Teuerungswelle.

Gegen die Preisentwicklungen auf den internationalen Märkten könne man mit nationalen Mitteln der Haushalts- und der Steuerpolitik nichts unternehmen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin. Ziel der Bundesregierung sei finanzpolitische Stabilität. Er bekräftigte, beim Treffen der Regierungschefs der acht führenden Industrieländer (G8) kommende Woche in Japan werde die weltweite Teuerungswelle ein Thema sein.

In Deutschland wurde im Juni mit 3,3 Prozent die höchste Teuerungsrate seit 15 Jahren registriert. In der Euro-Zone stieg die Inflation sogar um vier Prozent, das sind zwei Prozent mehr als das von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Ziel für Preisstabilität. Steg und ein Sprecher des Finanzministeriums bezeichneten die Heraufsetzung des EZB-Leitzinses um 0,25 auf 4,25 Prozent am Donnerstag als klares Signal für Preisstabilität.

Nach dem neuen ARD-Deutschlandtrend haben 85 Prozent der Deutschen Angst vor der Inflation. Knapp zwei Drittel der Befragten sorgen sich, dass sie mit ihrem Geld wegen der starken Preissteigerung künftig nicht mehr auskommen. Zugleich weiß knapp die Hälfte der Menschen nicht, wo sie noch sparen können. Dabei schränken sich über zwei Drittel schon ein, vor allem beim Autofahren (59 Prozent), bei Lebensmitteln (46 Prozent), beim Strom (31 Prozent), bei der Kleidung (30 Prozent) und beim Urlaub (24 Prozent).